Veröffentlicht am Mo., 5. Nov. 2018 17:17 Uhr

Nachdem Konrad Borchardt und  Henrik Peinemann im Juli ihre Orgel-D-Prüfung abgelegt haben, bekamen sie nun den 2. Teil ihres Stipendiums von Landessuperintendent Gorka überreicht.

Der Pressesprecher des Sprengels Hildesheim-Göttingen schreibt.

"Hildesheim, 29. Oktober. Im Lichtschein der Notenbeleuchtung zeichnen sich gespannte und konzentrierte Gesichtszüge ab. In die Tasten der großen Orgel der St. Michaeliskirche greifen beherzt junge Hände. Auf die Pedale, die mit den Pfeifen für die tiefen Basstöne verbunden sind, wird erst elanvoll kräftig und dann behutsam vorsichtig getreten. Hier und da reicht ein Fuß noch gar nicht lang genug. Eindrucksvolle Orgelklänge erfüllen das Kirchenschiff. Publikum und junge Künstlerin halten den Atem an. Doch alles klappt. Ein schwieriges Stück Orgelliteratur sicher gemeistert. Großer Applaus. Solche Konzertstimmung war zu erleben bei der Verleihung der Kirchenmusikstipendien im Sprengel Hildesheim-Göttingen.


Landessuperintendent Eckhard Gorka konnte dabei Ende Oktober gleich mehrere junge Nachwuchsmusikerinnen und – musiker auszeichnen. In diesem Jahr war es die Orgel, an der die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihr kirchenmusikalisches Können ausbauen. Unter ihnen Konrad Johannes Borchardt (15 Jahre) und Hendrik Peinemann (18 Jahre) aus Einbeck. Die beiden Gymnasiasten lernen Orgel bei Ulrike Hastedt, Kirchenkreiskantorin in Leine-Solling. „Ich mag unsere Orgeln in Einbeck sehr“, so Hendrik Peinemann. Aber nicht nur die großen Instrumente in der Stadt machen Spaß, auch die kleineren Orgeln in den Dorfkirchen haben für ihn einen Reiz: „Ich hab letztes Jahr zu Weihnachten in einer Dorfkirche gespielt, auch das hat viel Spaß gemacht. Das ist schon besonders, wenn eine Kirche so gut besucht ist und Orgel und Gesang den Raum füllen.“


Gorka griff den Gedanken auf und unterstrich wie notwendig es ist, dass junge Menschen Lust haben, in der Kirche Musik zu machen und als Voraussetzung Orgelunterricht zu nehmen. Das gilt nicht nur für die christlichen Hochfeste wie Weihnachten und Ostern. Eine kraftvolle Orgelbegleitung gehört wohl für viele unbedingt zu einem Weihnachtsgottesdienst dazu. Im Sprengel Hildesheim-Göttingen lassen sich in seinen vielen kleinen Dorfkirchen auch fast überall Instrumente finden, die sich als Übeorgeln anbieten. „Damit sichern wir Musik als Grundurkunde unseres Glaubens“, so Gorka.

Damit das Üben an den Orgeln in Dorf und Stadt möglich wird, braucht es Orgelunterricht. Auch in der weiten Fläche zwischen Hildesheim und Göttingen. Die Finanzierung der Orgelstunden unterstützt das Kirchenmusikstipendium des Sprengels, für das alle Kirchengemeinden in einer Kollekte Geld sammeln. Aus dem Betrag wird dann der Musiknachwuchs für Orgel gefördert. Aber nicht nur die Ausbildung an der „Königin der Instrumente“ wird bezuschusst, auch für andere Instrumente besteht eine Ausbildungsmöglichkeit. Einen Bezug zur Kirchenmusik braucht es schon, förderwürdig ist dann aber auch Gitarrenunterricht beispielsweise zur Begleitung poppiger und jazziger neuer Kirchenlieder aus dem Liederbuch „Freitöne“.

„Sie sind die Zukunft der Kirche“, so Eckhard Gorka begeistert, als er bei der Verabschiedung einer jeden und jedem der talentierten Nachwuchskünstlerinnen und -künstler noch einen Blumenstrauß in die Hand drückt."

Kategorien Kirchenmusik