Veröffentlicht am So., 30. Jun. 2019 08:00 Uhr

Einbeck/Kuventhal/Hannover. Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Einbeck und der Kapellenrat Kuventhal-Andershausen hatten zum Tagesausflug eingeladen. Gut 40 Personen sind der Einladung gefolgt und haben einen Tag in Hannover auf den Spuren des Wittenberger Malers Lucas Cranach d. Ä. verbracht.


Nach der Begrüßung durch die Kapellenratsvorsitzende Anneke Schoop und einem kurzen Reisesegen von Pastor Daniel Konnerth ging es mit dem Reisebus in die Altstadt Hannovers zur Kreuzkirche.

Die Kreuzkirche beherbergt nämlich einen großen Kunstschatz, einen spätgotischen Altaraufsatz, der ursprünglich von Lucas Cranach für die Münsterkirche in Einbeck gemalt worden war.

Die Einbecker Gruppe ließ sich von Kirchenpädagogin Marion Wrede erklären, dass das Gemälde, das die Kreuzigung Christi zeigt, vor 1537 gemalt worden sei. Die Einbecker Stiftsherren, zu der Zeit war das Stift noch katholisch, hatten das Bild in der Wittenberger Werkstatt für die Ausstattung der Heilig-Blut-Kapelle in der Münsterkirche in Auftrag gegeben. Auf den Flügeln des Altaraufsatzes sind die Patrone der Münsterkirche St. Alexandri zu sehen, der heilige Alexander und seine Mutter Felicitas.

Gemeinsam mit der Kirchenpädagogin entdeckte die Gruppe, dass Lucas Cranach in die Zuschauermenge unter dem Kreuz den jungen Martin Luther hineingemalt hat. Offenbar konnte Cranach als Anhänger der Reformation es nicht lassen, eine lutherische Botschaft in dem Bild zu verstecken. Das ist umso erstaunlicher, da das Bild ein Auftragswerk von katholischen Mönchen für eine katholische Kirche war.

Bereits 1675 kam der Altaraufsatz durch Kauf in den Besitz der Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg, die es in ihrer neuen Schlosskirche im Leineschloss aufstellen ließen. Seit dem Wiederaufbau der Kreuzkirche nach dem Zweiten Weltkrieg schmückt das Bild nun den schlichten Innenraum der Hannoverschen Altstadtkirche.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging die Fahrt weiter in die Herrenhäuser Gärten...

... wo der Tag entspannt ausklang.

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