Veröffentlicht von Wiebke Köhler am Di., 17. Mär. 2020 21:29 Uhr

Gedankensplitter  



Losung und Lehrtext am Mittwoch, 18. März 20

 

Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

Psalm 104, 27-28  

Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.

1.Ptr 2,3    

Heute geht es ums Essen: „Angst essen Seele auf“ ist der Titel eines Films von Rainer Werner Fassbinder. Der Titel ist inzwischen sprichwörtlich. Und es stimmt – Angst lässt die Seele schrumpfen, vertrocknen. Mit der Angst bekommen wir es im Moment ja zu tun. Sie geht unter uns um wie ein unheimlicher Gast. Manchmal weiß man gar nicht, warum gerade alles so seltsam ist, so unwirklich. Morgens beim Aufwachen muss ich mich konzentrieren um mich zu erinnern, dass jetzt sich der Alltag völlig verändert, und zwar jeden Morgen anders und aufs Neue.

 

Die Angst frisst an uns, ernährt sich von unseren Seelen und das beschädigt uns. Dagegen erhebt die Losung Einspruch: Gott gibt uns, was wir brauchen. Er schafft die Voraussetzungen, er stiftet sogar die Hoffnung auf sein Handeln. Und dann werden wir mit Gutem gesättigt.

 

Was wir als Christen im Moment erleben ist ja, dass wir merken, es fehlt was, wenn wir nicht mal eben in die Münsterkirche gehen können, um am Friedensleuchter eine Kerze anzuzünden. Wir merken, selbst, wenn wir nicht gerade heute hingehen wollen, ist es für uns wichtig, dass sonntags ein Gottesdienst stattfindet. Einige treffen sich einfach jeden Wochentag abends um 18 Uhr vor der Marktkirche, halten ein Schwatz, gehen hinein zum Abendgebet und läuten so den Abend ein.

Wir alle haben unsere Gewohnheiten, unsere Zeiten und Momente, bei denen wir auf unser „Seelenfutter“ warten...

 

Denn wir haben schon geschmeckt, wie freundlich Gott ist. Wie gut es ist, ihm nahe zu sein. Gegen die Angst hilft manchmal ein gutes Essen, am besten allerdings im Kreis von lieben Menschen. Das wäre schön, wenn wir uns jetzt untereinander treffen könnten und uns unsere Seelen wieder gesund füttern könnten. So ist es wohl aber nicht immer möglich. Wenn es möglich ist, dann sollte man jetzt aus jeder Mahlzeit mit einer anderen Person ein kleines Fest machen. Und für die, die jetzt häufiger alleine essen, gilt das schöne, alte Gebet: „Komm, Herr Jesu, sei du mein Gast und segne, was du uns bescheret hast.“  

Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

Psalm 104, 27-28  

Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.

1.Ptr 2,3  

Ihre Wiebke Köhler


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